Für eine Nachhaltige Entwicklung auf kantonaler, städtischer und Gemeinde- Ebene

Dienstag, 29. Mai 2012

Engagement der Kantone, Städte und Gemeinden

Seit 20 Jahren engagieren sich lokale Gemeinwesen weltweit zunehmend für eine Nachhaltige Entwicklung. Die Schweiz zählt 16 Kantone sowie rund 230 Gemeinden, welche einen offiziellen Nachhaltigkeitsprozess führen. Sie vertreten über 30% der Bevölkerung. Die in diesem Zusammenhang massgeblichen Themen stehen im Zeichen der Mobilität, der Raumentwicklung, der Natur und Landschaft sowie der Energie. Auch die Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung sind Gegenstand zahlreicher Massnahmen.

Wie die Schweiz in ihrem Beitrag für die Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 (Submission by Switzerland for UNCSD 2012) hervorhebt, haben die Kantone, Städte und Gemeinden eine wesentliche Funktion bei der Durchsetzung der Nachhaltigen Entwicklung. Die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Das ARE hat den Auftrag, Anreize zu bieten und für die Koordination zu sorgen. Es bietet zahlreiche Aktivitäten sowie methodologische, logistische und auch finanzielle Unterstützung.

Eine Plattform für die Nachhaltige Entwicklung

Seit 12 Jahren stellt der Bund mit dem Forum Nachhaltige Entwicklung eine Plattform für den Austausch zwischen den drei staatlichen Ebenen (Bund-Kantone-Gemeinden) zur Verfügung. Zweimal jährlich versammeln sich ihre Vertreter/innen in diesem Rahmen und erschliessen neue Themen zu den drei Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung (öffentliche nachhaltige Beschaffung, Tourismus, Sport, Biodiversität in der nachhaltigen Stadt und Themen zur Wirtschaft). Die Organisation des Forums erfolgt in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK), dem Schweizerischen Städteverband (SSV) sowie dem Schweizerischen Gemeindeverband (SGV). Zur Förderung und Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklung bietet das ARE verschiedene Aktivitäten an.

Ein reichhaltiges Instrumentarium

Kantone, Regionen, Städte und Gemeinden sind gehalten, offizielle Nachhaltigkeitsprozesse mit Hilfe einer Strategie, Richtlinien oder vom Typ einer lokalen Agenda 21 einzuführen. Das ARE hält zu ihrer Unterstützung ein umfassendes und effizientes Instrumentarium bereit, so etwa ein Verzeichnis der bestehenden Initiativen in Form einer Datenbank, Hilfsmittel für eine wirksame Kommunikation und Kriterien zur Qualitätsbeurteilung. Zudem kann der Bund Initiativen und Projekte im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Entwicklung finanziell unterstützen. Aus dem Ideenwettbewerb «Rio+20 vor Ort» im Vorfeld der Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 sind sechs unterstützenswerte Projekte entstanden. In Fragen wie der Beschaffung im öffentlichen Sektor oder der Governance decken sie sich mit den Themen der Nachhaltigkeitskonferenz – Grüne Wirtschaft und Nachhaltigkeits-Gouvernanz. Sie sind zudem von besonderem Interesse, da sie sich in anderen Schweizer Regionen replizieren lassen.

Gute Beispiele als Inspiration

Es lohnt sich nicht, das Rad erneut zu erfinden. Zahlreiche Projekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt, die zu einer Nachhaltigen Entwicklung beitragen. Das ARE hat gute Beispiele, so in den Bereichen Kommunikation, öffentliche Aufträge, gesellschaftliche und internationale Solidarität, Ernährung und Bildung, in einem nach Themen gegliederten Verzeichnis erfasst. Aktuell sind zwei neue Publikationen erschienen, die in Verbindung mit den Themen der Rio+20-Konferenz stehen: «Tourismus und Nachhaltige Entwicklung. Gute Beispiele und Aktionsmöglichkeiten» und «Wirtschaftsförderung und Nachhaltige Entwicklung in den Kantonen. Bestandsaufnahme und Empfehlungen».

Nachhaltige Quartierentwicklung

Quartiererneuerung oder Neubau ganzer Quartiere – das Quartier ist der Grundstein für die Entwicklung eines Gemeinwesens und der Ort der politischen Diskussion in zahlreichen Städten und Gemeinden. Auf dieser Territorialebene lassen sich die Grundsätze einer Nachhaltigen Entwicklung optimal umsetzen, sei es in Form von Gebäuden aus umweltfreundlichen Materialien und mit geringem Energiebedarf, die für eine Durchmischung der Gesellschaftsschichten und Generationen sorgen oder der sanften Mobilität Rechnung tragen. Der Bund unterstützt die Gemeinden im Rahmen des Programms «Nachhaltige Quartierentwicklung» bei diesen Vorhaben.

Nachhaltigkeitsbeurteilung

In einem immer komplexeren politischen Umfeld gilt es, bereits in der Planungsphase die potenziellen Auswirkungen einer Umsetzung oder eines Programms abzuschätzen. Die Nachhaltigkeitsbeurteilung von Projekten arbeitet mit Kriterien zu den drei Dimensionen einer Nachhaltigen Entwicklung. Sie ermöglicht den Vergleich verschiedener Varianten, arbeitet potenzielle Interessenkonflikte heraus und legt den Grund für Entscheidungen und kohärente Umsetzungen. Dank dem Cercle Indicateurs sind 19 Kantone und 16 Städte in der Lage zu überprüfen, in welchem Stadium der Nachhaltigen Entwicklung sie sich befinden und Vergleiche anzustellen.

Präsentation von Daniel Wachter (pdf), Leiter Sektion Nachhaltige Entwicklung.

Weitere Auskünfte:

Anne DuPasquier, stv. Sektionschefin Nachhaltige Entwicklung Bundesamt für Raumentwicklung ARE
Tel. 031 325 06 25, 079 423 56 72

www.are.admin.ch/nachhaltigeentwicklung